Die richtige Intimpflege: Tipps & Regeln

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Keine Frage: Intimpflege ist wichtig. Übertriebene Intimpflege hingegen ganz und gar nicht. Auch, wenn uns die Werbung und die Industrie anderes vorgaukeln. Doch was ist denn nun gesund und gut für unsere Vulva? Wir klären ein für alle Mal über die richtigen Intimpflege Tipps auf.

Intimpflege Tipps #1: Lauwarmes Wasser ist das Mittel der Wahl

Auch wenn immer mehr Marken Produkte zur Intimpflege in den unterschiedlichsten Duftnoten anbieten, so empfehlen Gynäkologen eher davon ab. Der Grund: Die meist stark parfümierten und aggressiven können das empfindliche Ökosystem der Vagina stören. Die Scheidenflora kann so aus dem Gleichgewicht gebracht werden. Insofern sorgt die übertriebene Hygiene zu einer erhöhten Infektionsgefahr. Lauwarmes Wasser genügt vollkommen!

Die Vagina ist so konzipiert, dass sie sich selbst reinigen kann. Denn: Die (“guten”) Milchsäurebakterien, die sich auf den Schleimhäuten der Vagina tummeln, sorgen für ein saures Milieu mit einem niedrigen pH-Wert von 4-4,5. Dadurch werden schädliche Pilze und Bakterien abgewehrt. Reinigungsmittel und Seifen für die Intimregion können diesen natürlichen Säureschutzmantel zerstören, wodurch Erreger von Infektionen leichteres Spiel haben!

Intimpflege Tipps #2: Baumwolle is best!

Auch wenn Dessous sexy wirken, sie bestehen meist aus Synthetikfasern. Dadurch staut sich die Hitze im Schritt, Feuchtigkeit entsteht: Ein optimales Umfeld für unerwünschte Bakterien und Pilze. Baumwoll-Unterwäsche hingegen ist atmungsaktiv und somit ein guter Tipp und die Grundlage für Intimpflege.

Übrigens: Slipeinlagen aus synthetischen Stoffen verhindern durch ihre Schutzfolie ebenfalls die Luftzirkulation. Es stauen sich Hitze und Nässe – wodurch Infektionen und Gerüche entstehen können. Wer also auf Nummer sicher gehen möchte, greift zu Period-Panties oder Baumwoll-Slipeinlagen. Das mag zu Anfang vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig sein, ist aber in jedem Fall gut für die Intimpflege, gemütlicher und am Ende auch nachhaltiger.

Intimpflege Tipps #3: Finger weg vom Handtuch

Wenn es um die Gesichtspflege geht, wissen die meisten bereits, dass Handtücher regelmäßig gewechselt werden sollten – und Nährboden für Keime aller Art sind. Deswegen bei der Intimpflege besser darauf verzichten. Wer Waschlappen dennoch nutzen möchte, achtet darauf, diesen regelmäßig auszukochen, um sämtliche Bakterien abzutöten. Und: Nicht Rubbeln oder kräftig Scheuern – das mögen die empfindlichen Schleimhäute überhaupt nicht.

Intimpflege Tipps #4: Der rasche Gang zur Toilette

Wenn auch etwas unromantisch, so hilft der Gang zur Toilette nach dem Sex nicht nur, Blasenentzündungen zu vermeiden: Es hilft auch, um Bakterien, die in der Vagina nichts zu suchen haben, rauszuspülen.

Intimpflege Tipps #5: Von vorne nach hinten

Es ist die altbekannte Regel – und sie hat immer noch Bestand. Einer der allerwichtigsten Intimpflege Tipps ist: Mit dem Toilettenpapier immer von vorne nach hinten wischen. Und nicht umgekehrt, ja, niemals umgekehrt. Denn: So können Darmbakterien in die Vagina gelangen und Infektionen ausgelöst werden.

Das sollte im Übrigen auch beim Sex beachtet werden: Lieber nicht vom Analsex direkt zum Vaginalsex wechseln, ohne das Kondom zwischenzeitlich zu wechseln oder sich rasch zu waschen.

Intimpflege Tipps für den Mann

Nicht nur die Vagina, auch die Intimregion bei Menschen mit Penissen, bedarf einer besonderen Pflege. Die Grundregeln sind: Lauwarmes Wasser, keine parfümierten Duschgele, täglich frische Slips oder Boxershorts. It’s so easy!

Bist Du nicht beschnitten, empfiehlt es sich, die Vorhaut des Penis beim Waschen ganz zurückzuziehen. Hier setzt sich nämlich das Smegma ab. Das Smegma ist eine gelbliche-weiße Masse aus Talg, Hautschuppen, Sperma und Urin – auch bekannt als “Eichelkäse”. Das bedeutet aber nicht, dass sich alle Menschen mit beschnittenen Penes zurücklehnen können. Auch hier kann sich bei zu wenig Hygiene ein Nährboden für Bakterien entwickeln. Kurzum: Tägliche Reinigung ist oberstes Gebot.

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Autor

Frieda arbeitete für mehr als 10 Jahre als Journalistin. Sie schrieb über Osterrezepte und Stilikonen, über den menschlichen Stoffwechsel und Michelin-besternte Restaurants. Kurzum: Sie schrieb über alles. Bis auf Sex. Und das aus gutem Grund. Lange hielt Frieda sich für durchschnittlich sexuell und überließ das Expert*innenwissen lieber anderen. Bis eine Trennung sie bewog, die Pille nach 14 Jahren abzusetzen. Da war Frieda 28. Und erst zu diesem Zeitpunkt entdeckte sie ihre wunderbare Sexualität neu. Und ihre wahre, echte, hungrige, einzigartige Libido. Seitdem praktiziert sie Sex nicht nur auf eine ganz neue Art und Weise. Sie schreibt und spricht auch darüber. Und war noch nie so erfüllt wie heute!